Natürlich

Du lebst dein Leben, doch wer bist du wirklich. So viele Einflüsse haben dich verändert. Was ist deine Natur und was macht dich aus?

Ein Spaziergang durch die Natur lehrt mich so vieles, vom Wachstum bis zum Stillstand, vom Durcheinander der Kreativität im Frühling bis zur Reife im Herbst, von der Lautstärke bis zur absoluten Stille. Es existiert eine große Fülle in der Natur, eine natürliche Fülle. Im Ablauf der Zeit verändert sich alles in unterschiedlich wiederkehrenden, abwechslungsreichen und verlässlichen Zyklen. Die Natur durchlebt ihre Natürlichkeit in ihrem jeweiligen Rhythmus und in ihrer Fülle.

Manchmal frage ich mich, warum wir unsere Natürlichkeit so früh aufgeben, um dann zu einem späteren Zeitpunkt, lange daran zu arbeiten sie wieder zu erlangen. Als kleines Kind sind wir noch in unserer Fülle und mit allem verbunden. Wir können als Baby noch nicht sprechen (Lautsprache), doch wir bringen bereits ein großes Wissen mit und die Fähigkeit alles mit Neugierde zu betrachten, aufzunehmen und zu erlernen. Im nächsten Schritt laufen und haben einen größeren Raum, den wir mit unseren Sinnen wahrnehmen können. Dieser Raum wird ertastet, gespürt, betrachtet, gehört und gerochen. Unsere Fähigkeiten alle Sinne einzusetzen, um uns die Welt zu erschließen, macht diese bunt, vielfältig und uns unglaublich reich. All dieses ist die Kür. Ein Kind lernt nicht aus der Pflicht heraus. Es ist natürlich neugierig und hat meistens das „Warum“ als Lieblingswort.

Spätestens in der Schule lernt es dann, dass lernen nur im Stillsitzen geht. Es darf nicht einfach über alles reden, was es gerade entdeckt hat und es darf ein Thema nur bis zu einem gewissen Punkt lernen, dann ist das Thema in dem jeweiligen Schuljahr abgeschlossen. Vielleicht kommt das Thema noch mal wieder, vielleicht auch nicht. Ende der Neugierde für ein spannendes Thema. Die Natürlichkeit der Neugierde wird im Flow des Lernens gestoppt. Das Wissen wird begrenzt.

In der Pubertät kommt die natürliche Abgrenzung, Abgrenzung, um das eigene Selbst zu formen. Die Abgrenzung von den Eltern, die Umkehr von …. Vieles wird als Falsch angesehen und das Gegenteil wird ausprobiert und durchgeführt. Das Thema der Zugehörigkeit ist jetzt sehr wichtig. Wir möchten zu einer Gruppe dazuzugehören und versuchen deren Gruppenidentität anzunehmen oder die Identität eines Vorbildes. Je mehr wir diese uns fremde Identität einüben, umso mehr wird diese zu uns.

Mit dem nächsten Schritt gehen wir ins Berufsleben. Auch hier passen wir uns wieder ein Stück an. Anpassung erfolgt oft in der Kleidung, den Werten des Unternehmens und an das, was uns die Werbung und Filmindustrie spielgelt. Es stellt sich die Frage: Was ist in der jeweiligen Situation gut und richtig und wie sollen wir sein, um beruflich aufzusteigen, anerkannt zu werden und dazu zu gehören?

Irgendwann erreichen wir einen Punkt, an dem wir so viel übernommen haben, so viel gedacht und getan haben, was unserer Natürlichkeit widerspricht, dass wir etwas neues wollen. Dieses Neue suchen wir oft im außen, ein neuer Beruf, eine neue Partnerschaft. Oft stellen wir nach einer Zeit die Wiederholung des alten fest, denn auch dieses wird nur das was wir zu dem Zeitpunkt sind und was wir kennen.

Wenn all diese Veränderungen des Alten uns wieder zum Alten Muster führen, begeben wir uns manchmal auf die Suche nach uns. Schauen auf uns, unsere Persönlichkeit, unsere Kompetenzen und dürfen dann Schritt für Schritt unsere Natürlichkeit finden.

Wenn wir diese Schritte in uns gehen und uns kennenlernen dürfen, verändert sich alles. Wir bewegen uns auf dem Weg, hin zu unserer Natürlichkeit. Wir finden heraus was uns wirklich gut tut, wovon wir mehr in unser Leben holen wollen sowie was nie zu uns gehört hat. Verhaltensweisen, die wir uns abgeschaut und übernommen haben sind angeeignete Bestandteile und können erst abgelegt werden, wenn sie uns bewusst werden.

Ein starker kraftgebender Prozess, in dem einiges von uns einen Trennungsschmerz durchläuft. Es wird Zeit etwas gehen zu lassen und UNS in unser Leben zu holen. Wenn wir diese Schritte durchlaufen, gehen wir achtsamer mit unserem Leben und unseren Werten um, denn sie gehören zu uns. Wir lernen unser neues Ich zu genießen. Irgendwann passen wir nicht mehr in unsere alte Form und Freunde wechseln. Der Reichtum jedes Tages darf in unser Leben ziehen. Die Dankbarkeit für unsere Natürlichkeit.

Wenn Du möchtest, so kannst du mit den folgenden Impulsfragen einen kleinen Schritt auf dich zumachen. Lasse Dir bei der Beantwortung Zeit und spüre, ohne zu werten in dich hinein.

Wie sieht meine Natur aus?
Wann fühle ich mich bei mir voll angekommen und glücklich?
Was gibt mir für kurze Zeit ein Hochgefühl?

Wie lebe ich meine Natürlichkeit?

Ich wünsche Dir eine erkenntnisreiche Zeit, Zeit, in der du deine Natur erkennst, Zeit, in der du voller Vertrauen auf die Suche nach dir gehst, Zeit, in der du den Trennungsschmerz annimmst und Verhaltensweisen loslässt, welche nicht zu dir gehören, Zeit, deine Natürlichkeit neu zu entdecken. Du darfst deine Natur erkennen und leben, nehme sie an.

Sabine Werner

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